Funktionieren – und dabei leise verschwinden
- vor 3 Stunden
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Du reißt dich zusammen.
Du funktionierst.
Du bleibst ruhig, auch wenn es innen zieht.
Und irgendwann fragst du dich – leise, fast beschämt:
Warum fühlt sich alles so schwer an, obwohl ich doch stark bin?
Niemand sieht es.
Weil du ja funktionierst.
Funktionieren ist kein Charakter.
Du bist nicht kaputt.
Du bist im Autopilot.
Es ist ein Modus.
Ein innerer Schalter, der irgendwann Sinn gemacht hat.
Nicht zusammenbrechen. Weitergehen. Stabil bleiben.
Vielleicht war niemand da, der dich gehalten hat.
Vielleicht war „zusammenreißen“ das Einzige, was ging.
Vielleicht war Stärke keine Wahl – sondern notwendig.
Das war klug. Damals.
Nur: Ein Schutz, der lange genug aktiv ist,
fühlt sich irgendwann an wie Persönlichkeit.
Du sagst nicht mehr: „Ich bin im Funktionsmodus.“
Du sagst: „Ich bin halt so.“
Und genau da beginnt die Verwechslung.
Wenn du das Thema lieber hören willst:
Im Video „Warum Funktionieren oft mehr schadet als hilft“
spreche ich genau darüber –
über Stärke als Schutz und den Moment, in dem sie kippt.
Dort spreche ich ausführlicher darüber,
wie Überverantwortung entsteht – und warum viele ihre
Stärke erst hinterfragen, wenn der Körper stoppt.
Hier kannst du es dir anhören,
beim Spaziergehen, in der Muckibude, Autofahren
oder beim Putzen.
By the way, da höre ich meistens meine Podcasts.
Funktionsmodus erkennen - 3 leise Zeichen
Wenn du dich fragst, ob du „nur gerade viel um die Ohren“
hast oder ob es wirklich der Funktionsmodus ist:
Diese drei Zeichen sind oft erstaunlich zuverlässig.
Erstens:
Du erklärst deine Gefühle besser, als du sie fühlst.
Du kannst analysieren, warum etwas schwierig ist.
Aber in dir bleibt es erstaunlich still.
Nicht ruhig.
Eher abgeschnitten.
Zweitens:
Du bist für alle da – nur nicht für dich.
Du regelst, organisierst, hältst zusammen.
Und wenn du kurz innehältst,
merkst du:
Ich weiß gar nicht, was ich brauche.
Drittens:
Du hältst viel aus.
Zu viel.
Du nennst es Stärke. Du nennst es "normal".
Funktionieren fühlt sich kontrolliert an.
Lebendig fühlt sich anders an.
Der Moment, der irritiert
Ich kann es nicht oft genug erwähnen: Und ja – dein Kopf wird jetzt vielleicht widersprechen.
„Ich bin doch nicht angepasst. Ich bin einfach verlässlich.“
Klar.
Oft ist es Anpassung.
Nicht aus Schwäche.
Sondern aus Notwendigkeit.
Nur: Ein Schutz, der früher überlebenswichtig war,
fragt heute nicht mehr, ob er noch gebraucht wird.
Er springt automatisch an.
Autopilot.
Funktionieren wirkt kontrolliert.
Erwachsen.
Stabil.
Lebendig ist unordentlicher.
Und manchmal ist die innere Leere kein Defekt.
Sondern dein System, das leise sagt: So wie bisher geht es nicht weiter.
Wenn dich genau dieses Gefühl beschäftigt, findest du hier eine Vertiefung:
Ein Millimeter zurück – ohne dein Leben umzubauen.
Du musst nichts radikal verändern. Du musst nichts kündigen.
Du musst dich nicht neu erfinden.
Nur kurz bemerken.
Bevor du zusagst – halte kurz inne.
Bevor du erklärst – spüre für dich nach.
Bevor du weitermachst – frage:
Will ich das gerade wirklich?
Nicht, um dich zu optimieren.
Nur, um wieder in Kontakt zu kommen.
Um DICH wahrzunehmen.
Wenn du weitergehen willst
Wenn du merkst, dass genau hier dein blinder Fleck liegt,
kann das Workbook
„Grenzen setzen – dein Workbook für mehr innere Klarheit“
ein ruhiger Einstieg sein.
Kein Coaching-Programm.
Kein Selbstoptimierungsplan-Scheiss.
Sondern ein ehrlicher Blick darauf, wo du dich selbst übergehst:
Zum Schluss – nicht hart, nur ehrlich
Vielleicht ist Funktionieren gar nicht dein Problem.
Vielleicht war es nur deine Art, zu überleben.
Und vielleicht geht es jetzt nicht darum,
weniger stark zu sein,
sondern dich nicht mehr alleine stark machen zu müssen.
Wenn du dich hier wiedererkennst:
Du musst dich nicht erst verändern,
um weniger zu leisten.
Das hier erklärt nichts.
Aber vielleicht benennt es etwas. ;-)
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Disclaimer
Dieser Artikel dient der Selbstreflexion und ersetzt keine therapeutische oder medizinische Behandlung.




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