Wenn dein Leben nicht das geworden ist, wofür du einmal angetreten bist– eine Ernüchterung im Leben und der Moment ohne Ausreden
- Mariangela Carta

- 21. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Jan.
Es gibt diesen Punkt,
an dem du aufhörst, dich selbst zu belügen.
Nicht dramatisch.
Nicht tränenreich.
Sondern nüchtern.
Du merkst:
Ich bin hier gelandet.
Und das war nicht der Plan.
Für viele ist genau das die eigentliche Ernüchterung im Leben.
Nicht, weil du nichts getan hättest.
Nicht, weil du zu wenig wolltest.
Sondern weil das Leben sich nicht an innere Verträge hält.
Und weil du lange so getan hast,
als wäre das kein Problem.
Das eigentliche Problem ist nicht die Enttäuschung oder Ernüchterung im Leben
Enttäuschung gehört zum Leben.
Sie ist nicht das, was dich müde macht.
Was schwerer wiegt, ist etwas anderes:
Dass du angefangen hast,
deine eigene Unzufriedenheit kleinzureden.
Du hast Gründe gesammelt.
Erklärungen.
Vergleiche nach unten.
Andere haben es schwerer.
So schlimm ist es nicht.
Man kann nicht alles haben.
All das stimmt.
Und genau das macht es so gefährlich.
Vielleicht kennst du dieses stille Aushalten oder das Vermeiden.
Denn während du argumentierst,
verschwindet etwas anderes:
deine innere Ehrlichkeit.
Funktionieren ist keine Lösung,
nur ein Zustand
Viele bleiben nicht,
weil sie zufrieden sind.
Sie bleiben,
weil sie sich eingerichtet haben.
Im Alltag.
In Rollen.
In Erwartungen.
Nicht aus Feigheit.
Sondern aus Gewohnheit.
Gewohnheit trägt nicht
durch ein ganzes Leben.
Sie macht es nur erträglicher,
nichts zu verändern.
Und irgendwann merkst du:
Ich lebe –
aber ich stehe innerlich still.
Die innere Reibung beginnt dort,
wo Ausreden aufgebraucht sind
Es kommt der Moment,
in dem die alten Erklärungen nicht mehr greifen.
Nicht laut.
Nicht öffentlich.
Sondern still, abends,
wenn du niemandem mehr etwas vorspielen musst.
Du könntest so weitermachen.
Es würde funktionieren.
Aber du weißt:
Der Preis dafür bist du.
Und genau hier wird es unbequem.
Nicht dramatisch.
Nur klar.
Der Aha-Moment: Du musst dein Leben nicht rechtfertigen
Vielleicht besteht der Wendepunkt nicht darin,
alles zu verändern.
Sondern darin,
aufzuhören, dein Leben zu verteidigen.
Nicht vor anderen.
Sondern vor dir selbst.
Dein Lebensentwurf ist nicht aufgegangen.
Das ist keine Schuldfrage.
Und auch keine Aufgabe, es schönzureden.
Oft kommt Entlastung erst, nachdem man aufgehört hat, innerlich zu kämpfen.
Manche Wahrheiten entlasten genau deshalb,
weil sie keine Lösung anbieten.
Klarheit ist unbequemer als Hoffnung
Hoffnung hält offen.
Klarheit schließt.
Und genau davor haben viele Angst.
Denn Klarheit könnte bedeuten,
dass du dir eingestehst:
So will ich nicht weitermachen.
Nicht heute.
Vielleicht nie.
Das ist kein Drama.
Aber es ist ehrlich.
Ein realistischer Schritt
Vielleicht ist dein nächster Schritt kein mutiger.
Sondern ein ehrlicher.
Zum Beispiel dieser Gedanke:
„Ich höre auf, mir mein Leben schönzureden.“
Nicht, um alles hinzuschmeißen.
Sondern um wieder in Kontakt zu kommen
mit dem, was wirklich da ist.
Alles Weitere kommt später.
Oder auch nicht.
Hier eine ruhige Video-Reflexion auf YouTube.
Podcast-Episode:
„Wenn das Leben anders gelaufen ist, als du dachtest“
(Audio-Reflexion – keine Textwiederholung)
Wenn dich dieser Text eher nüchtern als getröstet zurücklässt,
dann hat er seinen Zweck erfüllt.
Nicht, weil er etwas gelöst hat.
Sondern weil er nichts mehr beschönigt.
Begleitung ist kein nächster Schritt.
Sondern eine Möglichkeit, Wahrheit nicht allein auszuhalten.
Denk daran, du bist nicht allein!
📌 Disclaimer
Dieser Artikel dient der Aufklärung und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Bitte wende dich bei starken oder anhaltenden Symptomen an eine:n Fachärzt:in oder approbierte:n Psychotherapeut:in.
Ich begleite dich im Rahmen meiner Zulassung als Heilpraktikerin für Psychotherapie mit einem klaren Fokus auf Verbindung, Stabilität und ganzheitlicher Begleitung.
📞 In akuten psychischen Krisen erreichst du den psychiatrischen Krisendienst unter 0800 – 655 3000 (kostenfrei und rund um die Uhr).Weitere Infos unter: www.krisendienste.bayern




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