top of page

Warum innere Leere oft erst entsteht, wenn du zu lange funktioniert hast

  • 20. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Es gibt Menschen, bei denen fällt sofort auf, wenn nichts mehr geht.


Und dann gibt es die anderen.


Die stehen morgens auf, bringen die Kinder irgendwohin, beantworten Mails, organisieren Termine, hören sich noch die Probleme anderer an und sagen zwischendrin:


„Passt schon.“

Obwohl innen längst gar nichts mehr passt.


Und genau das ist das Tückische daran:


Menschen, die sich selbst dauerhaft übergehen, wirken oft extrem stabil.


Verlässlich.

Belastbar.

Angenehm unkompliziert.


Immer einsatzbereit.

Nur innen längst auf Anschlag.


Nur merkt man selbst oft erst spät, was das eigentlich kostet.


Nicht unbedingt an einem großen Zusammenbruch.


Eher daran, dass man plötzlich im Auto sitzt und noch zehn Minuten auf den Parkplatz starrt, obwohl man längst zuhause ist.


Oder daran, dass die Kinder etwas erzählen und man nur noch Geräusche hört, aber innerlich gar nicht mehr richtig ankommt.


Ein erschöpfter Mann mit innerer Leere steht regungslos in einer verschwommenen Menschenmenge auf einer Feier und wirkt emotional abgeschnitten, während um ihn herum das Leben weiterläuft.


Man merkt den Funktionsmodus oft nicht am Stress. Sondern an der Entfernung zu sich selbst.


Viele denken, sie würden merken, wenn es „zu viel“ wird.


Tun sie oft nicht.


Man zieht erstmal weiter durch.

Antwortet noch.

Kümmert sich noch.

Regelt noch schnell alles.


Aber innerlich geht es längst nur noch darum, irgendwie durch den Tag zu kommen.


Traurigkeit wird verschoben.

Erschöpfung ignoriert.

Wut wirkt unpraktisch.


Und natürlich klappt das erstmal.


Deshalb bekommen Menschen in solchen Zuständen oft sogar Anerkennung dafür.


„Auf dich ist immer Verlass.“

„Du bist so stark.“

„Ich weiß gar nicht, wie du das alles schaffst.“


Ja.


Menschen, die immer weitermachen, bekommen erstaunlich oft Anerkennung dafür.


Passend


Die innere Leere kommt oft erst danach


Nicht am Anfang der Überforderung.


Sondern dann, wenn man schon viel zu lange gegen die eigenen Grenzen gelebt hat.


Oft erst dann, wenn plötzlich nichts mehr richtig ankommt.


Musik berührt dich kaum noch.

Gespräche laufen an dir vorbei.

Selbst schöne Momente fühlen sich seltsam weit weg an.


Und genau da bekommen viele Angst.

Weil sie denken:

„Irgendwas passt hier doch nicht.“


Dabei ist diese Leere häufig kein Defekt.

Sie ist Schutz.


Denn wenn ein Mensch über lange Zeit alles runterdrückt, reagiert man innerlich irgendwann ziemlich logisch darauf:


Es wird leiser.


Nicht weil du kalt bist, sondern weil du irgendwann gelernt hast:


Wenn ich jetzt alles fühle, bricht hier alles zusammen.

Und einer muss hier doch funktionieren?



Und natürlich bist du damit angenehm für andere


Das ist ja das Perfide daran.


Menschen, die immer weitermachen, machen selten Probleme.


Sie springen ein.

Tragen mit.

Halten aus.

Kompensieren.


Und irgendwann wird chronische Selbstübergehung einfach als Verantwortungsbewusstsein verkauft.


Bis man selbst kaum noch merkt, wie leer man eigentlich geworden ist.


Besonders sichtbar wird das dort, wo andere Menschen ständig mitlernen: in Familien.


Nicht als Vorwurf.


Aber Kinder beobachten sehr genau, wie Erwachsene mit sich selbst umgehen.


Ob Grenzen wichtig sind.

Ob man Pausen ernst nimmt.

Oder ob man sich erst erlauben darf zusammenzubrechen, wenn wirklich gar nichts mehr geht.


Und manchmal übernehmen Kinder später genau das:


Lächeln.

Weitermachen.

Sich selbst möglichst wenig zur Last fallen.


Viele Menschen merken erst spät, dass sie zwar gelernt haben, für andere da zu sein — aber nie wirklich gelernt haben, bei sich selbst zu bleiben.


Genau darum geht es auch im Workshop „Grenzen setzen ohne Schuldgefühle“.

Nicht um harte Mauern oder kaltes Nein-Sagen.

Sondern darum, sich selbst nicht permanent zu verlassen, damit andere zufrieden bleiben.


Dein Nein braucht keine Erklärung – Grenzen setzen ohne Schuldgefühle | Online-W...
22. Juni 2026, 19:00–20:30 UhrOnline (Live via Zoom)
Jetzt anmelden


„Aber Mariangela, ich habe keine Wahl“ ... stimmt manchmal nur halb


Natürlich gibt es Verantwortung.


Kinder verschwinden nicht einfach.

Arbeit auch nicht.


Aber viele Menschen sagen:


„Ich habe keine Wahl.“


Und meinen eigentlich:

„Ich habe Angst, was passiert, wenn ich aufhöre.“

Weil dieses ständige Durchhalten Kontrolle gibt.


Selbst dann, wenn es einen innerlich langsam leerzieht.


Und vielleicht ist genau das das eigentlich Erschreckende:


Dass Menschen sich so sehr ans Weitermachen gewöhnen, bis sie selbst kaum noch merken, wie weit sie sich innerlich schon verloren haben.


Und die Umwelt nennt genau solche Menschen oft:


„Bewundernswert.“


Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, wie oft du dich selbst eigentlich schon übergehst — nicht absichtlich, eher schleichend. Und irgendwann fast professionell.


Für genau solche Menschen sind das Workbook Raus aus dem Funktionsmodus“ und „100 Fragen zurück zu dir“ entstanden.

Nicht zum Optimieren,

sondern für den Moment, in dem man ehrlich merkt:


Dass man so eigentlich nicht mehr weitermachen will.


Mehr findest du hier: CartaKlartext Shop


Und manchmal reicht Verstehen allein eben nicht,

weil viele dieser Muster nicht alleine entstanden sind.


Sondern in Familien.

In Rollen.

In Systemen, in denen man gelernt hat, stark zu sein, statt ehrlich.


Und manchmal merkt man in Gruppen zum ersten Mal,

dass man nicht „einfach so“ geworden ist.


Dass andere exakt dieselben Sätze sagen.

Dieselben Mechanismen haben.

Dieselbe Art, sich selbst wegzudrücken, damit bloß alles weiterläuft.


Und vielleicht liegt genau da etwas, das viele nie gelernt haben:


Bei sich zu bleiben, ohne sofort wieder für alle anderen verantwortlich zu werden.


Hier kannst du dich unverbindlich auf die Warteliste für den Gruppenprozess – Online & Präsenz in Bad Aibling eintragen. -> Jetzt hier eintragen.


Und irgendwann merkt man: Man hat sein ganzes Leben zusammengehalten — außer sich selbst.


Mariangela Carta – Heilpraktikerin für Psychotherapie, Autorin und Begleiterin in Lebenskrisen mit persönlicher Note.

Logo CartaKlartext von Mariangela Carta - authentisch, klar und direkt


📩 Impuls der Woche – deine Mini-Begleitung für die Woche


Manchmal genügt ein einziger Gedanke, um etwas in Bewegung zu bringen. Genau dafür gibt es meinen Impuls der Woche, jeden Montag. Es gibt kurze Anregungen, Handlungsimpulse für dich und dein Leben, Reflexionsfragen und stärkende Gedanken, die dich regelmäßig daran erinnern, bei dir selbst anzukommen.



Und falls du noch ein bisschen mehr Überblick magst:

Über meinen Newsletter informiere ich dich ca. sechsmal im Jahr über neue Veranstaltungen, Praxis-Infos und Angebote rund um systemische Arbeit, Ängste, Lebenskrisen, Kinderwunsch und Persönlichkeitsentwicklung.


Ganz ohne Informationsflut – nur dann, wenn es wirklich etwas zu erzählen gibt.



📌 Disclaimer

Dieser Artikel dient der Aufklärung und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

Bitte wende dich bei starken oder anhaltenden Symptomen an eine:n Fachärzt:in oder approbierte:n Psychotherapeut:in.


Ich begleite dich im Rahmen meiner Zulassung als Heilpraktikerin für Psychotherapie mit einem klaren Fokus auf Verbindung, Stabilität und ganzheitlicher Begleitung.


📞 In akuten psychischen Krisen erreichst du den psychiatrischen Krisendienst unter 0800 – 655 3000 (kostenfrei und rund um die Uhr). Weitere Infos unter: www.krisendienste.bayern

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
Beitrag: Blog2_Post
Kommentare

Deine Meinung teilenJetzt den ersten Kommentar verfassen.
bottom of page